Startseite
Die Gruppe
Mitglieder
Jeder braucht eine Insel
Das sind wir
Unsere Gruppenregeln
Über uns
Beratung
Ziele
Gästebuch
Folgen des Schlaganfalls
Aphasie
Hemiplegie
Depressionen
Gesprächskreis für Angehörige
News
Rat & Hilfe
Bilder
Termine
Links
Newsgroups
mein Schlaganfall
Risiken die zum Schlaganfall führen können
Bluthochdruck
Zu hohe Blutfette
Rauchen
Diabetes
Ungesunde Lebensweise Stress
Therapeuten in der Region
Logopäden
Ergotherapeuten
Psychologen
Stroke Unit KKH SiG
Rehakliniken
andere Selbsthilfegruppen
mobile Pflegedienste
in memory
Newsletter Schlaganfallhilfe
Anfahrt
Kontakt
Multimedia Show 2







Depressionen


Schlaganfall und Depressionen
Depressionen kommen als Folge eines Schlaganfalls sehr häufig vor. Vermutet wird, daß knapp die Hälfte aller Betroffenen eine deutliche Depression innerhalb des ersten Jahres erleidet. Angst ist auch sehr verbreitet, wird aber weniger erkannt, stellt Dr. Peter Knapp, ein Dozent in der Schule für Gesundheitsfürsorge der Universität Leeds fest. "Vielleicht kommt dies daher, weil die Ängste sich erst zu Hause nach der Entlassung aus dem Krankenhaus bemerkbar machen," meint er.

Nach Dr. Knapp sind Depressionen und Angstzustände häufig durchaus nachvollziehbare Reaktionen auf die vom Schlaganfall bewirkten Veränderungen. "Trauer- oder Verlustgefühle sind fast nicht zu vermeiden, insbesondere wenn auf den Schlaganfall wesentliche Veränderungen in den Lebensgrundlagen, wie Verlust des Arbeitsplatzes oder Fernbleiben von Freunden, zurückzuführen sind," erläutert er.

Depressionen nach dem Schlaganfall können weitere Folgen für die Betroffenen nach sich ziehen. Neben der deprimierten Gemütslage werden sie manchmal reizbar, verlieren ihre Lebens- und Unternehmensfreude, oder erfahren Gedächtnisprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten.

Bei einer Untersuchung mit Schlaganfall-Patienten fand Dr. Knapp heraus, daß Leute in Problemlösungsmethologien anzuleiten ein durchaus brauchbarer Ansatz für die Beseitigung von Depressionen und Angstzustände sein kann. Nach seinen Feststellungen wird dadurch der Patient zur aktiven Teilnahme und zur selbständigen Tätigkeiten gefördert.



Mit den Änderungen zurechtkommen
Obwohl es einen einzigen "richtigen" Ansatz, um mit den Änderungen zurechtzukommen nicht gibt, hält es Professor Lincoln für wünschenswert, daß die Betreuer die Ursachen kennen und verstehen und dadurch begreifen, daß die Rücksichtslosigkeit nicht auf sie gerichtet ist. Vielmehr ist sie die Folge des Hirnschadens. Gemütsänderungen stellen Betreuer und Pflegepersonal vor besondere Herausforderungen, zumal der Schlaganfallbetroffene sie häufig selbst nicht wahrnimmt.

Glücklicherweise verringern sich solche Probleme in vielen Fällen mit der Zeit, wenn auch die dafür erforderliche Zeit etwas unbestimmt ist. "Schon in den ersten drei Monate können wesentliche Verbesserungen eintreten," sagt Professor Lincoln. Falls der Zustand dennoch weiter andauert, schlägt sie vor, sich mit dem Schlaganfallbetroffenen über sein Benehmen und dessen Auswirkungen auf Andere auseinanderzusetzen, Dabei kann das Beisein eines engen Freundes oder Verwandten während des Gespräches eine nützliche Stütze sein.

Oftmals neigen Verwandten dazu, den Betroffenen beschützen und ihm deshalb nicht sagen zu wollen, daß er sich ungebührlich benimmt. "Es muß aber klar, schwarz auf weiß festgestellt werden, weil er die Fähigkeit verloren hat, die feinen Nuancen wahrzunehmen, wonach man sich üblicherweise richtet, ohne sich dessen überhaupt bewußt zu sein," führt sie weiter aus. "Eine klare Sprache führt häufig zur Wende zum Besseren. Es ist aber wichtig, positiv und nicht kritisierend zu sein."

Vom Vorderhirn-Syndrom abgesehen, sind die Ursachen für diese Veränderungen wie deren Therapien unklar. "Es gibt viele Untersuchungen über Leute mit Kopfverletzungen aber dieses Forschungsgebiet im bezug auf Schlaganfall wurde weitgehend vernachlässigt - zum Teil weil das Schwergewicht eher auf die Sofortmaßnahmen und auf die physische Rehabilitation gelegt wurde," sagt Dr. Michael Sharpe, Dozent für psychologische Medizin an der Universität von Edinburgh. Im Rahmen einer schottischen Untersuchung, des Edinburgh Schlaganfallsprojektes, unterstützt der Brust-, Herz- und Schlaganfallverband Schottlands Dr. Sharpe finanziell bei seiner Untersuchung der Gemütsveränderungen bei 100 Schlaganfallpatienten.

"Eine der Fragen, die wir uns stellen, lautet, ob Probleme wie Teilnahmslosigkeit oder Reizbarkeit vom Hirnschaden herrühren und demnach in einem gewissen Sinn unheilbar sind, oder ob sie auf Depressionen zurückzuführen und daher mit diesen zusammen behandelbar seien. Liegt die Ursache im Hirnschaden, sind dennoch Möglichkeiten der Linderung vorstellbar, seien es Arzneien, seien es verhaltens-therapeutische Maßnahmen? Im Augenblick wissen wir es einfach nicht."

Einschlägige Studien dürften etwas Licht auf die nach einem Schlaganfall zu erwartenden Probleme und deren Behandlungsmöglichkeiten werfen. Bis dahin allerdings empfiehlt Dr. Sharpe Betreuern, das Gespräch mit dem behandelnden Arzt zu suchen, wenn der Betroffene hartnäckige Gemütsprobleme hat, die sich anscheinend nicht bessern.

Für Probleme wie Reizbarkeit und Depression können Antidepressiva manchmal Abhilfe leisten. In den meisten Fällen steht jedoch kein Behandlungsmodus zur Verfügung, zumal die Veränderungen womöglich auf körperliche Schäden im Hirn zurückzuführen sind. Therapie- oder Beratungsgespräche können dem Betroffenen wie dem Betreuer Anlaß sein, Sorgen oder neue Wege zur Beherrschung der Situation zu erörtern. Davon mal abgesehen, mögen der Betreuer oder die Betreuerin darin eine willkommene Gelegenheit sehen, sich endlich auszusprechen, da sie all zu oft weitergehende Unterstützung nicht erfahren.